Helikoptermoral

Am 3. September 2019 hielt Wolfgnag Schmidtbauer bei H401 einen Vortrag mit dem Titel ‘Helikoptermoral’ als Teil einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe von H401, dem Goethe-Institut Niederlande und der Genootschap Nederland-Duitsland. Wir bieten Ihnen hier den Text zum Nachlesen an.

 

Helikoptermoral

Zur Sozialpsychologie schneller Urteile

Von Wolfgang Schmidbauer

Charakteristisch für die Helikoptermoral ist das schnelle, dramatische Urteil, das die klassische Gewaltenteilung völlig ignoriert: Anklage ist Schuldspruch. Der Beschuldigte verliert Stellung und Ansehen, ehe die Vorwürfe geklärt sind. Die Helikoptermoral steht für eine Art moralischer Punktlandung, die mächtig Wind macht, alles durcheinanderbläst und oft mit Getöse so schnell wieder abhebt, wie sie landete. Sie ist mit dem Terrorismus insofern verwandt, als auch sie viel Theatralisches hat und sich der Orientierung an einem stabilen Austausch, an Versöhnung und Toleranz entzieht.

Gegenüber dem von den Helikopterflügeln aufgewirbelten  Shitstorm ist der Gerichtssaal selbst für Menschen, deren Tätigkeit von der Öffentlichkeit geprägt ist, der reinste Fronturlaub. Die Medien werden mit pikanten Details und oft genug mit Auszügen aus Akten gefüttert, die vertraulich sein sollten.  So unfertig kann eine Ermittlung gar nicht sein, sie wird jemandem zugespielt und steht Stunden später im Internet.

Dadurch gerät nun wiederum das Gericht in Zugzwang. Sobald die Öffentlichkeit mit Vorverurteilungen getränkt ist, wird kaum ein Gericht wagen, ein Verfahren einzustellen. Man würde sich dem Verdacht aussetzen, mit ungleichem Maß zu messen und den Sturm der Entrüstung auf sich selbst ziehen.

Die Schere zwischen einer gerechten Strafe für Verfehlungen und einem zerstörten Leben öffnet sich immer weiter. Das Moralgeschrei übertönt jede nüchterne Frage, was denn nun wirklich geschehen ist. In Zeiten der Helikoptermoral explodiert angesichts eines ersten Verdachts das bisher gesammelte Ansehen. Die Scherben treffen die Umstehenden, ruinieren ein paar weitere Karrieren oder drohen das zu tun. Für die Schäden steht niemand grade.

Die Verwandtschaft der Helikoptermoral zu dem als „Helikoptereltern“ beschriebenen Phänomen liegt auf der Hand. Ein erstes Beispiel:

Es ist viele Jahre her. Meine älteste Tochter, eine zierliche und energische Person, war im Alter von zehn Jahren zum ersten Mal in der Münchner U-Bahn unterwegs. Eine ältere Dame beobachtete das Kind,  das stolz auf den eigenen Mut zu einer Freundin reiste. Sie sagte: „So jung und ganz allein unterwegs? Ja weißt du nicht, wie gefährlich das ist?“  Zuhause berichtete das Kind, an sich habe die Fahrt Spaß gemacht und es sei leicht gewesen, sich zurechtzufinden, aber diese Bemerkung habe sie geängstigt und verwirrt. „Was hätte ich ihr denn sagen sollen?“

Neben anderem verrät die Frage der besorgten Frau, wie leicht sich eine narzisstische Gratifikation gewinnen lässt, indem man quasi die Federchen der eigenen Weitsicht spreizt. Im Zugabteil einen erigierten Penis zu zeigen ist strafbar; der wertende, pädagogisch auftretende Exhibitionismus aber kommt nicht nur ungestraft davon, er führt auch zu einem guten Gewissen, selbst wenn die peinlichen Folgen für das Opfer nicht zu leugnen sind.

Gleichzeitig wird aus der Szene deutlich, wie die moralische Belehrung der Angstabwehr dient. Psychoanalytiker vermuten, dass auch die exhibitionistische Perversion der Abwehr von Ängsten dient, das eigene Genitale könnte nicht attraktiv genug sein und sich in der Weiblichkeit auflösen wie eine Träne im Ozean. Ähnlich überwindet die Frau, die das unternehmungslustige Kind ängstigt, ihre eigene Angst, nicht mütterlich genug zu sein, indem sie dem Kind einerseits zu nahe tritt, anderseits es mit den nun geweckten Ängsten alleine lässt.

Es geht ganz und gar nicht darum, die Moral zu tadeln. Es geht um ihren Missbrauch, um den Übereifer, die Grenzüberschreitung im Dienst narzisstischer Bedürfnisse der Eiferer. Moral kann missbraucht werden, ebenso wie eine Waffe oder Körperkraft. Sie kann der Sensationslust dienen oder dem pharisäischen Schauder angesichts der Minderwertigkeit Dritter. Dann führt sie zu dünkelhafter Besserwisserei im Privaten wie in der Politik. Sie führt dazu, dass Konflikte blutig eskalieren, weil einer Seite ein Abgrund an moralischem Versagen zugeschrieben wird, der durch Verhandlungen nicht überbrückt werden kann.

Es ist eine Eigentümlichkeit der psychoanalytischen Sozialpsychologie, individuelle und politische Aspekte zu verknüpfen. Angesichts der Helikoptermoral geht es um die Frage nach den Ursachen und den Folgen für das Individuum und für die Gesellschaft. Ein wichtiges Bindeglied ist die Orientierung der Konsumgesellschaften an Einzelereignissen, an Events, die sich besser fassen und bewerten lassen – mit dem Nachteil eines Verlustes von vorausschauendem und umfassendem Planen. Nicht nur in der Ethik, auch in Wirtschaft und Politik werden Verhältnismäßigkeit und Spätfolgen wenig beachtet. In dem Bestreben, tatkräftig, zupackend, vorausschauend zu scheinen gehen diese Werte verloren.

Eine wichtige Qualität der Helikoptermoral, welche auch die Befriedigung narzisstischer Bedürfnisse beleuchtet, ist der Sturz eines Idols. Die Entwertung einer Person, die für etwas Besseres gehalten wurde, bläht das eigene Ego. Das Opfer muss damit rechnen, dass harmlose Taten, die es längst verjährt und überwunden glaubt, plötzlich wiederentdeckt und mit großer Wucht auf sein gegenwärtiges Leben gelegt werden, wie eine der Folien, welch dem darunter durchscheinenden Bild eine ganz neue Bedeutung geben.

Wo es viel zu verdrängen und daher auch aufzudecken gibt, sind diese Stürze besonders dramatisch. Verdrängt und verleugnet wurde 1945 in Deutschland vielleicht mehr als in allen anderen Jahren und Ländern der Geschichte. Man möchte ja glauben, dass sich moralische Urteile nicht für geistigen Wettkampf eignen, wie sonst sportliche Leistungen oder die Fähigkeit, Quizfragen zu beantworten. Aber in den Kontext der Helikoptermoral gehört das Streben, sich der Überlegenheit des eigenen Urteils zu vergewissern. Und kaum etwas eignet sich besser für eine Demonstration dieser Überlegenheit, als eine moralische Instanz erst auf den Sockel zu heben, und sie dann mit Getöse herunter zu stürzen. Seht, er ist ein schlechter Mensch, ein Lügner, und er hat uns weismachen wollen, er sei etwas Besseres, ein Nobelpreisträger!

Der deutsche Schriftsteller Günther Grass ist als 17jähriger zur Waffen-SS eingezogen worden. Von ihm war bisher bekannt, er sei kurz Soldat und vorher ein vom Nationalsozialismus begeisterter Jugendlicher gewesen. Die erlebbare Differenz zwischen Wehrmacht und Waffen-SS war 1945 für einen 17jährigen minimal. Grass hatte nie behauptet, 1945 gegen die Nazis gewesen zu sein, im Gegenteil. Er betonte persönlich und beschrieb meisterhaft in der Blechtrommel, wie  Großdeutschland außen zur Verzwergung im Inneren führte.

Nun sprach Grass in einem Interview zu seiner Lebensgeschichte („Vom Häuten der Zwiebel“) von den SS-Runen an seinem Kragen und erzählte in dem Buch selbst, in welches Chaos, in welche Angst und Verwirrung ihn die Erlebnisse damals versetzt hatten, wie er unter einem Panzer lag und sich in die Hose machte. Der Bericht ist anschaulich, mit Abstand zu sich selbst und zu anderen. Was aber folgte, war ein moralischer Sturm, der vor allem um zwei Themen kreiste: Erstens: Er hat es uns zu spät gesagt! Wir hätten ein Recht gehabt, es früher zu erfahren! Weil er es so spät gesagt hat, muss es auch ein viel schlimmeres moralisches Versagen enthalten als wir bisher dachten! Zweitens: Wer bei der SS war, wird für immer ein Nazi bleiben.

Die Folie des SS-Täters wurde praktisch auf das Konterfei des Demokraten gelegt, der von nun an jedes Recht auf die ihm  zugeschriebene Rolle der „moralischen Instanz“ in Deutschland verloren habe.

Dass ein Autor bizarrer, emotionale Tiefen aufrührender Romane allein deshalb zur „moralischen Instanz“ erhoben wird, weil er berühmt ist und politisch Farbe bekennt, gehört in diesen Kontext.

Grass hat es sich nicht als Verdienst angerechnet, dass er nie auf Menschen geschossen, sondern als Ladeschütze Dienst getan hat. Aber es war, als hätte er an einem frühen Punkt seiner Biographie eine rote Fahne gehisst und einen weißen Kreis gezogen, den Landplatz für die unterschiedlichsten Helikopter mit moralischer Fracht. Wenn es dem Schriftsteller auf Dauer nicht geschadet hat – es lag auf jeden Fall nicht an einem Mangel an moralischem Getöse und strafender Energie von Seiten seiner Sittenrichter.

Die damalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, war überzeugt, es handle sich bei dem „späten Geständnis“ um einen PR-Trick zur Beförderung des Verkaufs seines neuen Buches. Der Journalist und Hitler-Biograf Joachim Fest, in Historikerkreisen wegen seiner unkritischen Haltung gegenüber Hitlers Rüstungsminister Albert Speer sehr umstritten, „verstand“ überhaupt nicht, wie sich Grass 60 Jahre lang  zum schlechten Gewissen der Nation hatte machen können, ohne zu bekennen, dass er selbst tief verstrickt war.

Der polnische Politiker Lech Walesa meinte,  Grass müsse die Ehrenbürgerschaft der Stadt Danzig ablegen. Mehrere Politiker aus den Reihen der Christdemokraten  (Wolfgang Börnsen und Philipp Mißfelder) forderten Grass auf, den Nobelpreis für Literatur zurückzugeben, als ob diese Auszeichnung für politisch korrektes Verhalten verliehen würde.

Mehrere Moralhelikopter, von Journalisten besetzt,  landeten bei der schwedischen Nobelstiftung und fragten an, ob man Grass nicht den Preis aberkennen oder ihn zur Rückgabe zwingen solle. Der Direktor der Stiftung, Michael Sohlman, verwies auf die Nobel-Statuten. Der Preis wurde noch nie zurückgenommen.

Es werden nicht Taten bewertet, nicht einmal Gesinnungen, sondern Symbole, vieldeutige Zugehörigkeiten. Mit diesen frühen Zugehörigkeiten und den sie umgebenden Symbolen sollen die moralisch Überfallenen in einer ganz bestimmten Weise umgehen, deren Mangel umso energischer festgestellt wird, je überzeugter der Urteilende von seiner Überlegenheit ist.

Ein zweites, aktuelles Beispiel.

Zwei Hollywood-Größen, Harvey Weinstein und Kevin Spacey, sind 2017 wegen sexueller Übergriffe nicht nur ins Gerede, sondern auch ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten.  Wenn solchen Tätern der Prozess gemacht wird und sie nach einem Urteil die Möglichkeit verlieren, ihre Macht zu missbrauchen,  ist das nur zu begrüßen. Wenn freilich der Verdacht ausreicht, um Karrieren zu vernichten, ist das schon weniger schön. Es hat den Geschmack von Lynchjustiz, sobald Zeugnisse in den Medien ausreichen, um verwerfliches Verhalten für bewiesen zu halten und Sanktionen zu verhängen.

Vollends irrational wird die Szene, wenn jetzt gefordert wird, Spacey seine beiden Oscars „abzuerkennen“. Logisch ist es, dem dopenden Olympiasieger die Goldmedaille abzunehmen. Aber hat ein Künstler das Preisgericht betrogen, sobald er moralisch versagt?

Solche Verzerrungen haben eine Vorgeschichte. Sie sprechen dafür, dass in der Mediengesellschaft Götzen so gut geschaffen werden wie Dämonen. Das Publikum sieht den Star nicht realistisch. Er wird idealisiert.  So wird ihm eine Art Allmacht,  ein rundum perfekter Charakter zugeschrieben. Weicht er nun von diesem Ideal ab, räumen Idealisierungen ihren Platz nicht dem nüchternen Urteil über Verdienste und Fehler, Stärken und Schwächen. Es geht viel dramatischer zu. Mit einem Schlag ist alles schlecht.

Die Anbeter schämen sich jetzt der eigenen Anbetung. Sie wenden sie in ihr Gegenteil, tilgen den erlebten Makel ihres Urteils, indem sie der einst überhöhten Figur alle Vorzüge aberkennen und am liebsten vorgeben, es hätte deren preiswürdige Leistungen so wenig gegeben wie ihr eigene Verblendung.

Wenn wir dieses Drama zu Ende denken, landen wir bei einem eindimensionalen Bild der Kunst. Sie hat sich moralischen Kriterien zu unterwerfen, sie darf nicht ihre eigenen Gesetze haben. Wer mit 17 Jahren Mitglied der Waffen-SS geworden ist und das verschwiegen hat, wird keine preiswürdige Literatur schreiben, und wenn wir eine Weile von ihm gedacht haben, er hätte es doch gekonnt, dann muss er den Preis wieder zurückgeben, weil er uns angeschwindelt hat. Wenn ein Schauspieler jungen Männern an die Genitalien fasst, kann er kein guter Schauspieler sein, und wenn wir ihn doch dafür gehalten haben, nehmen wir das jetzt zurück.

Ein solcher Ansatz hält sich nicht mit historischen Einwänden auf. Sonst würde doch auffallen, wie wenig moralische Untadeligkeit und künstlerische Kreativität in Deckung gebracht werden können. Zeitgenössische Dokumente sprechen dafür, dass Benvenuto Cellini ein Totschläger und Leonardo da Vinci pädophil war. Reflektiert und ironisch hat uns Thomas Mann die unterirdische Verwandtschaft von moralischem Versagen und künstlerischer Leistung vor Augen gestellt; von Tristan bis zum Tod in Venedig und dem Doktor Faustus zieht sich dieses Thema durch seine Werke.

Wir wissen es nur allzu genau, wenn wir überhaupt etwas von solchen Dimensionen wissen wollen: Menschen sind jederzeit verführbar und durch Begabung und Ruhm ganz und gar nicht vor bösen Taten geschützt. Man kann sich fragen, warum es gegenwärtig so schwer geworden ist, sich das zu vergegenwärtigen. Womöglich wächst angesichts der Komplexizität der vernetzten Gesellschaften auch das Bedürfnis nach dem durch und durch guten Helden.

Es fällt uns schwer, zu ertragen, dass wir es nach einer Enttäuschung nicht aus der Welt schaffen können, einmal geliebt und verehrt zu haben. Das kränkt und raubt uns die Zuversicht, die Welt im Griff zu haben. Wer mit Menschen zu tun hat, die von einer Liebesbeziehung verletzt wurden, beobachtet häufig, wie alle Erinnerungen gelöscht oder umgefärbt werden, die darauf hinweisen könnten, dass eine jetzt verachtete Person früher einmal hochgeschätzt und bewundert wurde.

Diese Reaktion ist nicht nur unreif, sie ist auch gefährlich. Sie reduziert das Erleben auf unversöhnliche Pole. In der Phantasie einer totalen Ausgrenzung des Unerwünschten und Unkorrekten wurzelt bereits die nächste Welle von Beschönigung und Verleugnung. Wer von einem gefeierten, in den Himmel gehobenen Idol enttäuscht wurde, wird in der Regel nicht bescheiden und kritisch, nein, er sucht sich ein noch höher gehobenes, noch weniger in der Realität verankertes Idealbild.

Im Shitstrom, in der moralischen Lynchjustiz öffentlicher Vorurteile und Vorverurteilungen muss alles schnell gehen. Wir verlieren die zentrale Qualität guter Kunst und guter Politik: die geduldige Übung, letztlich die Freude am Üben, fernab vom Streben nach schnellem Erfolg.

Wer als Künstler die Geduld und Ausdauer aufgebracht hat, Großes zustande zu bringen, verdient Respekt. Nicht Anbetung, nicht blinde Verehrung, nicht Unterwerfung, sobald er seine Macht missbraucht. Gute Kunst ist ohne Kritik der narzisstischen Phantasie von Unfehlbarkeit gar nicht möglich. Wer sich überschätzt,  bringt die Geduld nicht auf, sein Handwerk selbstkritisch zu lernen.

Ohne narzisstische Grandiosität fehlt uns der Mut zur Selbstverwirklichung und zum schöpferischen Tun. Die Phantasie von Eigenmacht und Unwiderstehlichkeit beflügelt den Menschen – und sie bringt ihn in Gefahr. Die Grenze zwischen dem gesunden und dem pathologischen Narzissmus ist nicht leicht zu finden, so wenig wie die Grenze zwischen schmeichlerischer Unterwürfigkeit und kritischem Wohlwollen. Die Entgleisung der Großen in Hollywood ist persönliche Pathologie und Versagen der Zivilgesellschaft in einem. Wenn Stars in eine narzisstische Blase gesetzt werden, in der sie jeden Tag nur hören, wie unwiderstehlich sie sind, dann werden sie am Ende unausstehlich.

Die Stars im antiken Rom waren Feldherrn, die der Senat mit einem Triumphzug ehrte. Zu dessen Ritual gehörten nicht nur die Parade der Legionäre und der Zug der Gefangenen, sondern auch ein Sklave, der hinter dem mit Lorbeer bekränzten Sieger stand und immer nur den einen Satz sagte: Gedenke, dass du sterblich bist!

Solche Bedenken werden wir auf keiner Oskar-Verleihung finden, so wenig wie den Gedanken an eine nachträgliche Aberkennung von Triumphzügen im römischen Senat. Je mehr die Mediengesellschaft den menschlichen Narzissmus stimuliert und Gestalten wie Berlusconi und Trump nach oben spült, desto deutlicher wird doch auch, wie gefährdet wir von Rückschritten in einem geduldigen und konstruktiven Umgang mit dem menschlichen Größen- und Geltungsstreben sind. Blinde Heldenverehrung und rücksichtslose Entwertung des gefallenen Stars lenken davon ab, dass die Welt zu komplex für schnelle Lösungen ist, so sehr wir uns nach diesen sehnen mögen. Ein moralischer Narzissmus, der sich in der Entwertung des einst Gefeierten austobt, ist das gerade Gegenteil einer Moral, die unsere Gesellschaft zukunftsfähiger macht.

Es ist nicht ganz richtig, von einer Emotionalisierung in Politik und Wirtschaft zu sprechen, die sich beispielsweise in der großen Zahl von Wechselwählern ausdrücke. In allem Denken, auch im gründlichen und entsprechend langsamen spielen Emotionen eine Rolle. Gefährlich sind die schnellen, die radikalen Urteile, die plakativen Aussagen über richtig und falsch, die Haudraufreden, welche uns vorgaukeln, es sei möglich, sich ein für alle Mal vom Allzumenschlichen zu befreien.

Wir sind in einen narzisstischen Teufelskreis geraten. Je mehr die Entscheidungsträger im öffentlichen Leben durch Hyperaktivität und einander das Wort Abschneiden um Aufmerksamkeit kämpfen, desto weniger interessieren sich die Bürger noch für ihre als winzig und bedeutungslos erlebten Möglichkeiten demokratischer Teilhabe.

Die Entwicklung der Eventkultur seit dem Ende des kalten Krieges erfüllt Abwehrfunktionen, von denen in der klassischen psychoanalytischen Kulturkritik nicht die Rede sein konnte. Freud stellte sich technische “Prothesen” vor, wie die Eisenbahn, das Flugzeug, das Telefon. Aber emotionale Prothesen, wie sie die Kulturindustrie liefert, haben sich erst nach seinem Tod zu ihrer heutigen Erlebnisdominanz entwickelt.

Wenn wir Freuds Bild vom „Prothesengott“ weiterdenken, kommen wir zum Event als Ware und zur Ware als Event. Die Entwicklung ist in zwei Richtungen gegangen: in die Software der Kulturindustrie, der Soaps, der medialen Ereignisse, die – wie Star Wars – die unterschiedlichsten Warenwelten vom Spielzeug bis zur Halloween-Maske prägen und so das Gesamtkunstwerk Event schaffen.

Die zweite Richtung betrifft die Prothesen selbst. Sie sind heute weit mehr als Prothesen, sie sind ein zweites Leben. Die Konsumgüter tendieren dazu, Menschen zu ihrem Anhängsel zu machen, zu einem Problemfaktor, der als Autofahrer zu langsam ist, um die Stärke seines Motors und die Intelligenz seines Bordcomputers zu beherrschen, als Bildschirmarbeiter zu beschränkt, um die technischen Weiten seines Systems zu erfassen, als Handyeigner zu blind, um anders als ein Maulwurf auf gebahnten Gängen durch die Vielfalt und den Reichtum an Funktionen und Apps zu laufen.

Die Person eines „Führers“, die Freud noch als Antidepressivum und Werkzeug manischer Gleichschaltung der menschlichen Masse interpretiert hat, löst sich in der Eventkultur auf. An ihre Stelle treten einzelne Warenereignisse oder Ereigniswaren, die sehr viel mächtiger und einflussreicher, aber in ihren Einflussmöglichkeiten auch schwerer voraussagbar sind. Davon lebt die neue Berufsklasse des Medienberaters, ohne den sich viele Vorstandsvorsitzende und Politiker ihre Tätigkeit nicht mehr vorstellen können. Diese Berater sorgen dafür, dass die heutigen „Führer“ sich selbst zu einer Kette von Ereignissen stilisieren und so ihre Popularität erhalten.

Nicht die Menschen gestalten die Ereignisse, die Ereignisse reißen die Mächtigen in ihren Sog, spülen sie nach oben oder verschlingen sie, wie den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff.  Medien, Mediengestalter und die Medien beherrschende Gestalten greifen wie Zahnräder ineinander. Es ist nicht mehr erkennbar, wer jetzt was wann bewegt.

Wenn wir die Eventkultur als Dienerin einer manischen Abwehr identifizieren – was wird abgewehrt?

 

1. Sinnlosigkeit

Die traditionellen Antworten auf diese Frage haben sich mit dem Glauben an einen Schöpfer erledigt. Aber die Sinnfrage ist nach wie vor von vielen Menschen emotional besetzt. Sie beruht zum Teil auf einer Extrapolation, welche dem Menschen durch seinen reflexiven Geist möglich ist. Vieles, was ich tue, geschieht in der Absicht, ein Ziel zu erreichen. Da muss doch das Ganze meines Erlebens zielgerichtet, sinnhaft sein!

Freud hat die Frage, ob das menschliche Leben einen Sinn habe, als unzulässig abgewehrt – schließlich frage niemand nach dem Sinn des Lebens der Tiere. Religion trägt viele Menschen emotional nicht mehr,  sie schützt wenig vor Gefühlen der Sinnlosigkeit. Der Event hat den Vorzug, dass er den Mangel an diesem langfristigen Sinn des Lebens durch Intensität ersetzt. So lange ich an dem Ereignis teilhabe, löst sich die Sinnfrage auf.

 

2. Wertunsicherheit

Dominante Inszenierungen der Eventkultur drehen sich um Wettbewerbe. Wer gewinnt, beweist seinen Wert. In der Eventwelt werden Wettbewerbe inszeniert und aufgebläht: nicht ein (Pseudo)Experte bewertet Anfänger, die etwas werden wollen; “Deutschland” sucht den “Superstar”. Die Zuschauer können sich durch Händeklatschen oder Telefonanrufe in die Rolle der Jury setzten, Sieger bestimmen und Unterlegene. Wer andere bewertet, schützt sich vor eigenen Ängsten vor Wertlosigkeit.

 

3. Exhibitionistische Frustration

Die Leitkultur des 19. Jahrhunderts kam aus England und betonte, protestantisch-puritanisch gefärbt, die Tugenden des Understatement. In Preußen hieß es “mehr sein als scheinen”. Einer der ersten, der mit diesem Tabu brach war der Boxer Cassius Clay. Sein Slogan “ich bin der Größte” sicherte ihm Aufmerksamkeit und hämische Kritik in einem. Die Häme ist verstummt, die Aufmerksamkeit geblieben, der Boxer wurde zum Modell des eventorientierten Sportlers.

Immer übersteigt die Zahl derer, die nach dem Ruhm haschen, die Zahl derer, die tatsächlich zu ihm vordringen. Ein Beleg sind die vielen Kopien, die jede reale und selbst virtuelle Figur produziert, welche den begehrten Glanz gewonnen hat: Elvis Presley oder Marilyn Monroe, Harry Potter oder Luke Skywalker.

 

4.Unübersichtlichkeit

In der globalisierten Gesellschaft dominieren Unübersichtlichkeit und mit ihr Ängste, sich in komplexen Zusammenhängen zu irren, sich täuschen zu lassen, Fehler zu machen. Die Eventkultur bietet eine Ersatzbefriedigung, welche diese Ängste abwehrt, indem sie “Durchblick” und “Kontrolle” über das aktuelle Ereignis verspricht.

Die meisten Schlagzeilen der Boulevardpresse erzeugen “menschliche” Events, die jeder verstehen und bewerten kann. Typisch für die Eventkultur ist, dass kein Massenmedium auf den Event verzichten wird. So gewinnt er seine unentrinnbare Qualität.

 

5. Monotonie

Der Event wehrt die Monotonie ab, welche durch Arbeitsanforderungen entsteht, in denen immer das Gleiche erledigt werden soll. Im Jahresablauf verwurzelte Ereignisse werden zu Events gesteigert: Der Weihnachtsmarkt, das Silvesterfeuerwerk, der Fasching/Karneval. Neue Bräuche werden importiert, z.B. Halloween.

Als meine Älteste 1987 Abitur feierte, saßen wir in Straßenklamotten in der Turnhalle an Tischen, es gab Brezeln und Bier, das Schulorchester spielte, die Zeugnisse wurden formlos ausgehändigt. Als 2002 meine Jüngste dran war, trug sie ein ausgeschnittenes schwarzes  Kleid, die Räume waren angemietet, es kostete Eintritt, es gab Champagner, die Zeugnisverteilung war mit dramatischer Musik untermalt und um eine Darbietung im Stil einer Oscar-Verleihung bereichert, in der jeweils drei Anwärterinnen oder Anwärter für Titel wie “die süßeste Maus” oder “das Mädchen mit den schwärzesten Augenringen” nominiert waren und dann die Gewinnerin ausgerufen wurde.

 

6. Angst

Eine wesentliche Qualität des Events ist, dass er in vielen Beteiligten gleiche Gefühle weckt und sie daher von Phantasien der Vereinsamung und Vereinzelung befreit. Der Event ist totalitär und flüchtig zugleich: totalitär, weil er alle Sinne beansprucht, flüchtig, weil er alsbald dem nächsten Event seinen Platz überlassen muss und sich sozusagen durch die eigene Über-Präsenz selbst abnützt. So tritt der Event an die Stelle des idealisierten Führers, der die Massen zusammenschweißt.

Die Analyse der Eventkultur zeigt, wie tief die Antriebe zur Helikoptermoral in der globalisierten Unübersichtlichkeit wurzeln. Das alte Motto von leben und leben lassen gerät unter den Druck, dass sich alle um ein einziges Ereignis kümmern müssen, dessen Lösbarkeit zum Symbol für das Ganze wird, wo noch Siege möglich sind oder wenigstens ein Ringen um den Sieg in ein vorläufiges Unentschieden führt.

Die Helikoptermoral entlastet kurzfristig und belastet auf lange Sicht, weil viel Energie für Verleugnungen vergeudet wird. Sie erhebt sich über den Kompromiss, über die Suche nach dem kleineren Übel, über die Toleranz für Widersprüche und die Bereitschaft zu verzeihen, was nun einmal nicht mehr ungeschehen gemacht werden kann.

Im Erleben des Kindes spaltet sich früh das Mutterbild: es gibt die gute, nähernde, bestätigende Mutter, und die böse, geizige, strafende. Entsprechend zweigeteilt sind Wahrnehmung und Weltentwurf: es gibt richtig und falsch, Goldmarie und Pechmarie, Idylle und Schauder.

Ähnlich dem Faschismus und dem religiösen Fundamantalismus fügt sich auch die Helikoptermoral in eine Reihe von Erscheinungen, die etwas wie eine Dialektik der Moderne erschließen: je komplexer die Welterfahrung, je zahlreicher die Lebensalternativen, je schwieriger die Orientierung in Wirtschaft und Politik, desto größer auch die Sehnsucht nach einfachen Lösungen, nach dem Steuergesetz auf dem Bierdeckel und der Scharia.

 

Die Abschaffung der Tragödie

Die Selbstmord-Attentate auf das World Trade Center haben die zivilisierte Welt erschüttert.  Es erinnert an Motive antiker Tragödien, dass gerade der Versuch, solchen Gefahren zu begegnen, am 24. März 2015 in eine neue Tragödie geführt hat. Die  sichere Tür, die nur von innen freigegeben werden kann, ermöglichte es einem kranken Copiloten, in tödlicher Ruhe auf eine Felswand zu rasen. Der hilflose Pilot konnte nichts tun.

Wer in den aufgeregten Tagen nach dem ersten Verdacht die Kommentare studierte, entdeckte typische Muster der Helikoptermoral: Absolutes Unverständnis, Larmoyanz über die Rätsel der Seele, Anklage gegen die Grausamkeit eines Täters, der – statt sich in einem Winkel alleine umzubringen – hundertfünfzig Unschuldige mit in den Tod nimmt. Auf der Pegida-Website überboten sich Kommentatoren in der Überzeugung, der Täter sei entweder verrückt oder ein islamischer Konvertit, gefolgt von höhnischer Zustimmung: Das mache doch keinen Unterschied, sei ohnehin ein und dasselbe.

In kaum einem Beruf, ausgenommen vielleicht die Chirurgen, werden seelische Probleme und Gefahren für die Arbeitsfähigkeit, wie der Konsum von Psychopharmaka oder Alkohol, so energisch verleugnet wie unter Piloten. Fliegen ist für den Menschen ein Traum. Wer ihn sich beruflich erfüllen kann, festigt in der Regel eine professionelle Haltung gegenüber narzisstischen Verführungen. Aber der erreichte Gleichgewicht ist prekär. Auch wenn es meistens gelingt, den Kindertraum vom Fliegen in eine berufliche Rolle umzuwandeln: Diese Transformation ist weder einfach noch stabil.

Der Pilot fühlt sich auf einer emotionalen Ebene eins mit seinem Flugzeug. Er hat erlebt, wie ihn sein Beruf aufwertet. Umso schlimmer ist für narzisstisch bedürftige Menschen die Phantasie, ein Versager zu sein. Die Angst vor Fluguntauglichkeit kann eine verhängnisvolle Phantasie der kalten Rache am eigenen Ich und an seinen Prothesen inszenieren. So banal es klingt, so grausam die Folgen sind: der 27jährige Copilot hat vermutlich in den letzten fünf Minuten seines Lebens nur an sich gedacht.

Unserer Moderne ist die Tragödie abhanden gekommen. Das tragische Ereignis, das niemand voraussehen und verhindern kann, weckt nicht Ehrfurcht, Trauer und das Gefühl, selbst davon gekommen zu sein. Es weckt die hektische Suche nach einem Fehler und nach einem Schuldigen. Wenn wir den Schuldigen finden, ihn bestrafen, ihn energisch genug aus dem Spiel nehmen – „einsperren, und zwar für immer!“ – können wir den Wahn festigen, es gäbe eine von Tragödien befreite Welt.

Der depressive Pilot, der den tödlichen Flug programmiert, ist eine tragische Figur, ein absoluter Einzelgänger und Einzeltäter, der nicht nur sich selbst seinem grandiosen Traum opfert, sondern seine Pflicht, die ihm anvertrauten Passagiere sicher ans Ziel zu bringen, in ihr mörderisches Gegenteil verkehrt. Aber sogleich wird der Ruf laut, alle Piloten auf Depressionen zu untersuchen und für sie das Ärztegeheimnis aufzuheben.

Die Pointe ist, dass im Versuch, den Terroristen zu blockieren, der Pilot mehr Macht gewinnt, als ihm zuträglich ist. Das gilt im Detail wie in der Politik: die Terrorismus-Abwehr hat seit dem Angriff auf die Twin Towers weit mehr Unschuldige das Leben gekostet als die Attacke selbst.

Kant hat gegen einfache moralische Lösungen die schöne Metapher vom krummen Holz entwickelt, aus dem nichts Gerades gezimmert werden könne.[1] Das war der Gedanke einer vorindustriellen Welt; Kants gründliches Denken mit seinen wenigen Grundsätzen ist ein Gegenmodell zur Helikoptermoral von heute. Aber die Bedingungen haben sich extrem verändert. Kants Metapher hat eine solide, handwerkliche Qualität. Er hat die Schiffsbauer in Königsberg beobachtet. Sie ernteten die Holz in Eichenwäldern, in denen Bäume zu krummem Wachstum gezwungen wurden, um Spanten für den Rumpf eines Schiffes zu gewinnen.

Seit die Welt der Dinge sich in atemberaubendem Tempo erweitert und verändert, haben wir den handwerklichen Umgang mit den moralischen Fragen (und letztlich auch mit der menschlichen Belastbarkeit) verloren. Wir sind nicht Prothesengötter, sondern Prothesensklaven; die Prothesen sind nicht nur stärker, sondern vor allem auch schneller als wir, und deshalb können wir nicht mehr Schritt halten mit ihnen. Und wenn wir es versuchen, werden unsere Urteile hastig und unsere Gegenmaßnahmen richten mehr Schaden an als das tragische Ereignis selbst.

Hier wird die narzisstische Motivation hinter der Helikoptermoral besonders deutlich. Indem die tragische Qualität des menschlichen Lebens geleugnet wird, hypertrophiert die moralische Erregung zu hektischen Forderungen an „Verantwortliche“. Wer auf dem Weg stolpert und sich den Knöchel bricht, denkt nicht mehr über sein Pech oder sein Ungeschick nach, sondern sucht nach einem Schuldigen, von dem er Wiedergutmachung seines Schadens einklagen kann.

Es wird nicht gemeinsam über den Schatten getrauert, den die Hybris des Menschen wirft und in dem so viele Gefahren gedeihen – es wird nach Regeln und Konstruktionen gesucht, die diese Gefahr beseitigen und damit neue Gefahren schaffen.

Der Helikoptermoral entspricht ein Phänomen, das im angelsächsischen Sprachraum Hindsight genannt wird, symmetrisch zur Voraussicht oder Vorausschau (Foresight), die es auch im Deutschen gibt.

Wer aus der Hindsight doziert, macht sich des billigen geistigen Triumphes verdächtig. Dennoch ist diese Argumentation in der Helikoptermoral höchst beliebt. Sie fördert Denkweisen, von denen die Konsumenten kaum genug kriegen können: Beweise der eigenen geistigen Überlegenheit gegenüber den Verantwortlichen, die einen Fehler gemacht haben und nun dumm dastehen – es hätte doch jeder sehen können, dass das nicht so ausgehen würde wie geplant.

Das Symposion narzisstischer Triumphe, zu dem Besserwissen und Medien laden, hat seinen Preis. Es macht ja nicht reifer, über die Unreife anderer zu triumphieren, es macht ängstlicher,  abhängiger. Mehr Regeln, mehr Kontrolle und strengere Gesetze sollen verhindern, dass sich eine Katastrophe wiederholt. Als ob es an einem Mangel an moralischer Rhetorik und Werte-Posaunen  liegen würde, wenn Staaten scheitern und Revolutionen vor die Hunde gehen.

Die Helikoptermoral verspricht, wir könnten uns gleichzeitig überlegen fühlen und in eine bessere Zukunft steuern. Doch die Wahrheit rudert in die Gegenrichtung. Je mehr moralischer Dünkel und plakative Überreaktion, desto mehr wird das Übel wachsen. Denn die proklamierten Gegenmaßnahmen beruhen nicht auf Einsicht in die eigenen Anteile an ihm oder die tragischen Qualitäten der Situation, sondern auf deren Leugnung.

[1] Aus so krummem Holze, als woraus der Mensch gemacht ist, kann nichts ganz Gerades gezimmert werden („Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht“).

 

For an English translation of Wolfgang Schmidbauer’s lecture please click here.

PERSBERICHT: Herengracht 401 laat Castrum Peregrini achter zich

De nieuwe naam doet recht aan de huidige activiteiten en de nieuwe betekenis die het pand aan de Herengracht 401 inmiddels hebben gekregen: een plek waar kunst, onderzoek en dialoog samenkomen.

De laatste twee jaar werd de stichting geconfronteerd met misbruik uit het verleden van de kring rondom Wolfgang Frommel (1902-1986). Het bestuur heeft in die periode verschillende initiatieven genomen om het verleden te ontrafelen waaronder een opdracht aan een onafhankelijke commissie die op 6 mei jl. haar rapport en aanbevelingen publiceerde. Het maakte duidelijk dat er destijds seksueel- en machtsmisbruik is gemaakt door Frommel en de zijnen. Als bestuur hebben wij dit erkend en hebben voor de slachtoffers, mede op advies van de onderzoekscommissie, op 22 mei jl een hulptraject aangeboden in samenwerking met Slachtofferhulp Nederland en Schadefonds Geweldsmisdrijven.

Het bestuur heeft ook andere aanbevelingen van de commissie uitgevoerd. Zo vond de commissie dat de naam Castrum Peregrini te veel naar het verleden verwijst. De directie heeft daarom de statuten aangepast en een naamswijziging doorgevoerd:

  • De Erfgoedstichting heet vanaf juni 2019 het Huis van Gisèle, conform de aanbeveling van de commissie, die ook een eervol herstel van Gisèle d’Ailly op haar plaats vindt.
  • De Activiteitenstichting heet vanaf 1 september 2019 Stichting Herengracht 401, kortweg: H401.

De breuk met Frommel en zijn kring is en blijft definitief. Het bestuur van de stichting gaat erfgoed- en herinneringsdeskundigen betrekken bij het ontdoen van- en de omgang met de materiële- en immateriële sporen van Frommel in de Herengracht 401.  


Stichting H401
De stichting H401 zal haar in het oog springende methode voor cultuurprogrammering die ze in 2008 is begonnen verder ontwikkelen. In samenwerking met kunstenaars, wetenschappers en denkers wordt de menselijke natuur onderzocht: naast academisch en politiek ook artistiek, performatief en participatief onderzoek waarbij residenties, tentoonstellingen, evenementen, denktanks en publicaties hand in hand gaan. Het pand Herengracht 401 krijgt hiermee een nieuwe betekenis waarin het verleden, heden en toekomst op een kritische manier met elkaar in verbinding blijven. Het huis als plek voor vrije geesten en het concept van gastvrijheid blijven onze motivatie.

Tot voor kort werd de Herengracht 401 geassocieerd met een heroïsch verleden, waarbij het Kwade van buitenaf kwam. Gezien de recente opheldering over het misbruik dat in het verleden plaatsvond, blijkt het Goede en het Kwade de beide zijden van dezelfde medaille te zijn geweest. De stichting wil de weerslag dat dit universeel menselijke aspect heeft op huidige culturele,  politieke en maatschappelijke realiteiten verder onderzoeken. Dit nieuwe onderzoeksterrein is relevant voor het tijdsgewricht waarin we leven, waarin zwart/wit denken en polarisatie de boventoon voeren.

De nieuwe naam doet recht aan de huidige activiteiten en de nieuwe betekenis die de gebouwen aan de Herengracht inmiddels hebben gekregen: een plek waar kunst, onderzoek en dialoog samenkomen om de condition humaine te duiden. Daarbij staat de vraag centraal hoe we als maatschappij, organisaties en individuen met het heden en de toekomst willen omgaan.

                                                                          

Voor vragen:

Frans Damman
f.damman@h401.org
Stichting H401
www.h401.org

 

Magazine: Perplex!

 

 

 

 

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The magazine was launched on 1 September 2019
and is available at Herengracht 401 in print.

Get your free copy during office hours
from Monday to Friday 9.30-18 hrs.

 

Here are some pictures from the launch:

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The conversations in this magazine were sparked by the dialogues held at Herengracht 401. The idea of the Herengracht Dialogues was conceived over dinner with Ram Manikkalingam and Avrum Burg. We thought about the need to bring together people that share the same belief in a society where no-one is excluded, but who have different opinions on what the exact root causes of fragmenting societies really are and how to address them. We wanted people with different experiences of the world and different fields of work: artists, activists, scholars, funders, policy makers.

During a period of 1 year a group of some 20 people met 3 times for 2,5 days to talk in a protected environment under Chatham House Rule. This meant that participants were able to speak freely, without any member of the group being recorded, identified, and quoted publicly. Themes like populism, globalisation, intersectionality were discussed, sometimes specifically presented by a participant, or developing organically in the course of the dialogues. Anonymised reports helped participants to link their evolving thoughts from one meeting to the next.  

This magazine is inspired by these sessions, but is neither a report, nor a replica, of the sessions. The conversations in the magazine all started around the table, but grew in different directions, as time passed and relationships formed between participants. The editors and the designers have brought them together in PERPLEX! As a guide to creating your own dialogue spaces, styles, dinners or ‘derives’ wherever you are.

Een nieuwe naam en een nieuw logo

– scroll down for English –

Een nieuwe naam en een nieuw logo

Na meer dan 75 jaren onder verschillende omstandigheden en verschillende betekenissen te hebben gefungeerd is het aan de orde om de oude naam Castrum Peregrini af te leggen. De nieuwe naam doet recht aan de huidige activiteiten en de nieuwe betekenis die de gebouwen aan de Herengracht inmiddels hebben gekregen: een plek waar onderzoek, kunst en dialoog samenkomen om het fenomeen ‘menszijn’ te duiden. Lees hier meer. De breuk met een problematisch verleden, die reeds in het vorige decennium plaatsvond, wordt nu ook in de communicatie duidelijk gemaakt.

De locatie van de gebouwen van de stichting zelf geeft de naam: Stichting Herengracht 401, of afgekort, H401.

Het logo en de nieuwe huisstijl zijn ontworpen door Herman van Bostelen.

 

A new name and a new logo

After being used for more than 75 years – under various circumstances and with divers meanings – it is time to discard the old name Castrum Peregrini. The new name does justice to its current activities and the new purpose which the buildings at Herengracht meanwhile have acquired: a place where research, art and dialogue come together to shed light on the phenomenon of ‘humanity’. Read more here. The break with a difficult past, which has already happened in the last decennium, will now also be made clear in the communication.

De location of the buildings itself gives the name: Stichting Herengracht 401, or in short: H401.

The logo and the new house style are designed by Herman van Bostelen.

Rapport onderzoekscommissie misbruik Castrum Peregrini 1942-1986

PERSBERICHT

Amsterdam, 6 mei 2019

Misbruik vastgesteld door dichter Wolfgang Frommel en zijn kring

De onderzoekscommissie misbruik Castrum Peregrini 1942-1986 onder leiding van oud-rechter Frans Bauduin heeft vastgesteld dat de dichter Wolfgang Frommel (1902-1986) en een aantal van zijn vrienden misbruik hebben gemaakt van jonge mannen en vrouwen. Een aantal van hen is nog in leven en heeft daar tot op de dag van vandaag last van concludeert de commissie. Het huidige bestuur van de Stichting Castrum Peregrini, de opdrachtgever van het onafhankelijke onderzoek, vindt het schokkend wat in het verleden is gebeurd.

Bestuurder Frans Damman van Castrum Peregrini: “Het is afschuwelijk dat Frommel en de zijnen zowel in Amsterdam als op andere plekken in Nederland en in het buitenland onder het mom van cultuurvorming jonge mannen en vrouwen betrokken bij hun activiteiten waarbij vervolgens sprake bleek van seksueel- en machtsmisbruik. Een aantal van hen was minderjarig”. De onderzoekscommissie spreekt van een tiental misbruikte jongeren. Damman: “Wij nemen scherp afstand van dit verleden. Wat Frommel en de zijnen hebben gedaan kan niet en mag niet. Het bestuur heeft, mede op advies van de onderzoekscommissie, contact met Slachtofferhulp Nederland en met het Schadefonds Geweldsmisdrijven om degenen die zich bij de commissie hebben gemeld daar verder te kunnen helpen”.

De onderzoekscommissie heeft voor haar onderzoek ook gebruik gemaakt van de biografie De eeuw van Gisèle van Annet Mooij, een initiatief van het huidige bestuur van Castrum Peregrini. De beeldend kunstenaar Gisèle van Waterschoot van der Gracht was eigenaar van het huis aan de Herengracht waar de Stichting Castrum Peregrini is gehuisvest. In 1983 schonk zij het huis en haar vermogen aan de stichting. Het was ook Gisèle die in 1942 Frommel en een aantal Joodse jongens onderduik bood tijdens de Tweede Wereldoorlog. De onderzoekscommissie komt tot het oordeel dat Gisèle in die periode weet moet hebben gehad van de gedragingen van Frommel, maar dat zij hier niet tegen kon optreden omdat zij dan anderen en zichzelf in levensgevaar bracht. De onderzoekscommissie stelt dat Gisèle een zekere morele verantwoordelijkheid niet kan worden ontzegd. Volgens de onderzoekscommissie is Gisèle echter niet de mecenas geweest die het misbruik binnen de kring van Frommel heeft gefinancierd. Zij verbleef, meldt de commissie, in de jaren ’50 ‘60 en ‘70 vaak in het buitenland en werd door de overwegend mannengemeenschap rondom Frommel letterlijk geweerd. Uit het rapport: “De commissie komt dan ook tot de conclusie dat veel van wat nu bekend is over seksueel misbruik destijds voor haar en anderen verborgen werd gehouden”.  Gisèle “verdient een eervol herstel”, aldus de commissie in haar aanbevelingen.

In 2007 zette de Stichting Castrum Peregrini de uitgeverij van Wolfgang Frommel, die in 1986 was overleden, stop en in maart 2017 veranderde de doelstelling van de Stichting door het erfgoed van Gisèle als uitgangspunt te nemen. “Als we toen hadden geweten wat we nu weten was per omgaande ook de naam van de stichting veranderd”, aldus Damman. “We gaan voor Het Huis van Gisèle kiezen, een naam die we nu al dikwijls gebruiken en de onderzoekscommissie ons ook aanbeveelt. De breuk met Frommel is de afgelopen jaren natuurlijk al gemaakt, maar is met deze onderzoeksresultaten definitief.”

Het bestuur van Castrum Peregrini heeft waardering voor het werk van de commissie. Naast het erkennen van het misbruik van Frommel en de zijnen, en het aanbod van hulpverlening voor de misbruikten neemt het bestuur ook de andere aanbevelingen van de onderzoekscommissie over. Zoals het afstoten van de Frommel bibliotheek.

Woordvoering Castrum Peregrini namens het bestuur Frans Damman, +31 623367491,  +31 (0)20 6235287 of via f.damman@castrumperegrini.nl

Het persbericht van Castrum Peregrini als PDF kunt u hier downloaden.

Het rapport van de onderzoekscommissie misbruik Castrum Peregrini 1942-1986 kunt u hier vinden.

Eine Zusammenfassung des Berichtes der Kommission, die sexuellen Missbrauch durch Wolfgang Frommel und seinen Kreis in den Jahren 1942-1986 festgestellt hat, finden Sie hier. 

Het persbericht van de onderzoekscommissie kunt u hier vinden. 
Als woordvoerder van de onderzoekscommissie treedt de secretaris van de onderzoekscommissie op. Bert Kreemers is te bereiken op mobiel 06 51870690.

Dealing with a complex past

After the publication of the biography of the life of Gisèle (1912-2013), the mental and sexual abuse in the circle around Castrum Peregrini’s co-founder Wolfgang Frommel (1902-1986) and Gisèle’s apparent looking away has been broadly covered in the press. It is shocking for us and the people whom we worked with in the last ten years to be confronted with this painful part of the history of Herengracht 401. Nevertheless, we believe that it is good that these stories are now in the open, and hope it helps victims to come to terms with their painful memories.

For us it means a new starting point in dealing with a complex past that is made up of both lives that were saved and lives that were damaged. As so often, history is neither white nor black. Good and bad coexist and form part of the human condition. The historic persons of Castrum Peregrini need to be seen in that light as well. Seven years ago, we asked Annet Mooij to write a biography about the life of Gisèle, because we were – and we still are – convinced that she deserves it. This superbly written book shows the fascinating context of her life, the many layers of her personality that she could maintain and the countless fascinating episodes of a life full of love and struggle. Sadly the focus on Wolfgang Frommel and his disciples – who have abused Gisèle’s care shamelessly – overshadows the richness of her personality, which Mooij describes. We recommend reading the book to comprehend the complexity of a fascinating life that was both a fairy-tale and a harsh reality.

The biography is now a major reference for us to tell the story of Herengracht 401. Both aspects of that past, the good ones next to the awful ones need to be remembered. Raising awareness about the human condition in all its complexity will stay the motivation for all our activities. We will dedicate the near future to find the right and suitable way to commemorate abuse alongside saving lives. We will do this together with individuals and institutions. Victims were and are invited to speak with us.  

Please also see:

15 – 17 December Women + Craft + Poetry

Artists Weekend: Women + Craft + Poetry

Fri 15 Dec – Sun 17 Dec 2017

You are cordially invited to our second Artists Weekend: a weekend full of artist talks, presentations, conversations and poetry readings, from Friday December 15 till Sunday December 17 in Castrum Peregrini. The Artists Weekend is part of our 2017 year programme The Female Perspective, curated by Nina Folkersma. This programme focuses on issues around female identity, feminism and gender, both in relation to the historical context of Castrum Peregrini and its founder Gisèle, and to current events.

The 2nd Artist Weekend is devoted to Women + Craft + Poetry. Guests of honor are two of our artists-in-residence, Aimée Zito Lema and Renée Turner. At their invitation, and in dialogue with curator Nina Folkersma, various artists, curators, writers, weavers and poets are invited to present their work and ideas.

PROGRAMME + PARTICIPANTS

Friday, Dec 15   20:00 – 22:00

Introduction Nina Folkersma

Lecture Christel Vesters – Some notes on women, labour and textile craft

Triggered by two unrelated news items about textiles, writer and curator Christel Vesters embarks on an expedition, looking for a common thread that may connect the two. Her explorations touch upon particular events and ideas in the history of textile production, utopian socialism, the Arts & Crafts Movement and the women’s movement, juxtaposing some key moments in those histories with examples from contemporary artist practices.

 

Saturday, Dec 16     14:00 – 18:00

Conversations + presentations

Renée Turner, Joke Haverkorn van Rijsewijk and Kate Briggs 

Narrative and weaving are often associated with each other through the metaphors we use. Join us for a day of presentations and discussions that look at weaving as a hands-on craft and its relation to the act of writing. Renée Turner will talk about her research project The Warp and Weft of Memory and have a conversation with Joke Haverkorn van Rijsewijk about her work at the weaving studio De Uil (The Owl), where she made monumental tapestries for Gisèle and other artists. On view will be some of the images from De Uil and a few of the woven artefacts from Gisèle’s collection. Kate Briggs, author of the recently published book This Little Art, will be drawing analogies between weaving and the processes of writing, translating and storytelling.

Drinks + Fingerfood by Mina Abouzahra

Entrance fee: 5 euro (incl. drinks & snacks)

Make sure you have a seat reserved and RSVP: productie@castrumperegrini.nl

 

Sunday, Dec 17    14:00- 18:00

Readings + conversations

Aimée Zito Lema, Becket Mingwen, Iva Supic Jankovic and School der Poëzie

Aimée Zito Lema

Aimée Zito Lema

This afternoon Aimée Zito Lema will introduce her residency project and research on friendship as a form of resistance. Thinking of the house (of Gisèle) as the most intimate and private kind of archive, connected to daily life experiences, she will read one of the transcripts of her conversations on friendship. The afternoon will continue with a presentation and poetry reading by visual artist Becket Mingwen. Becket’s text responds to politics and friendship as mirrors of each other – the same pitfalls and promises reflected between the interpersonal and the public. For the presentation at Castrum Peregrini, he will engage these ideas with Zito Lema’s project by discussing the role of friendship in the making of art, allies, and enemies, while exploring many of the ambiguities between them. Iva Supic Jankovic will present a musical performance called House on the Water. Music is a very intimate part of Jankovic’s work- sharing such work within this specific context allows a certain degree of vulnerability and intimacy that is hard to find in a regular art space context. The afternoon will end with poetry readings by teenage students from the School of Poetry, presenting the outcomes of their workshop organized by Zito Lema in collaboration with Dasja Koot.

 

Drinks + Fingerfood by Mina Abouzahra

Entrance fee: 5 euro (incl. drinks & snacks)

Make sure you have a seat reserved and RSVP: productie@castrumperegrini.nl

 

PARTICIPANTS

Mina Abouzahra studied at the Wood and Furniture School in Amsterdam. She has a passion for wood, textiles, copper and marble. A red thread in her life is the combination of different cultures. With the same attitude, Mina was active in the world of food; she wrote recipes, developed food concepts, organized pop-up restaurants and produced with Merijn Tol (Arabia) the cookbook Proef! Orange blossom, the new Moroccan cuisine. The designs of Abouzahra are surprising and colorful, and inspired by a continuous search for new combinations of materials, shapes and production methods. Mina Abouzahra travels every few months to Morocco for inspiration and to search for old, rare and beautiful things she can import, both for her shop and for clients directly.

Kate Briggs is the translator of two volumes of Roland Barthes’s lecture and seminar notes at the Collège de France: The Preparation of the Novel and How to Live Together, both published by Columbia University Press. This Little Art, a long narrative essay on the practice of translation, was published by Fitzcarraldo Editions in September 2017. She teaches on the MFA in Fine Art at the Piet Zwart Institute Rotterdam.

Joke Haverkorn van Rijsewijk is a weaver and writer. With Nenne Koch in 1956, she founded the weaving studio De Uil in Amsterdam. Their first commission was for a tapestry by Gisèle van Waterschoot van der Gracht for the SS Statendam, and later four more tapestries for the clubroom of the S.S. Rotterdam. Haverkorn van Rijsewijk has recently written an essay, ‘Living and Love in Image’ (Leven en liefde verbeeld), reflecting on a tapestry she made based on an image by the German Expressionist August Macke.

Becket Mingwen received his MFA from the University of Southern California in 2014, and was recently a resident at the Rijksakademie van Beeldende Kunsten in Amsterdam, NL. Recent exhibitions include  “n <o> <o> n” at One Gee in Fog, Geneva; “From Concrete to Liquid to Spoken Words to the World” at Centre d’Art Contemporain Genève. His book on Chris Kraus’ 1996 “Chance Event” is forthcoming from Athénée Press.

School der Poëzie, School of Poetry, offers lessons to children and young people to get them acquainted with poetry, writing and performing their own poems. Tailor-made programs and lessons for schools and institutions. The ‘School der Poëzie’ derives its name from the collection of poet Herman Gorter (1897) and a famous poem by Lucebert (1952). http://www.schoolderpoezie.nl

Iva Supic Jankovic, visual artist (born in Croatia), studied at the Gerrit Rietveld Academie and received a Master degree in Artistic Research from the Royal Academy, The Hague. She produces long term collaborative and trans-diciplinary projects that challenge an question the borders of visual art. More info: http://www.zoldermuseum.com/wordpress/

Renée Turner is an artist, writer and Research Lecturer at the Willem de Kooning Academy. Currently as an artist in residence at Castrum Peregrini, Turner is working on a two-year research project ‘The Warp and Weft of Memory’. Funded by the Mondriaan Funds, her research will result in public lectures, an exhibition and an online narrative, which combines images from Castrum Peregrini’s archive, artefacts from Gisèle’s closet and Turner’s own reflections on memory and objects of heritage.

Christel Vesters studied Art History and Curating in Amsterdam, New York and London. She is a writer and curator, and currently works on a two-year research project Touch/Trace – researching histories through textiles, which unravels the intricate connections between textile, history and society from a contemporary art perspective.

Aimée Zito Lema, visual artist (born in Amsterdam, 1982, grew up in Buenos Aires) studied at the University of the Arts, Buenos Aires, the Gerrit Rietveld Academy, Amsterdam, and was a resident at the Rijksakademie Amsterdam in 2015-2016. Currently an artist in residence at Castrum Peregrini, she is working on a research project about friendship as a form of resistance.

 

Art As Resistance, afl 2 Taking the oil out of the arts

Art As Resistance, #2

Taking the oil out of the arts

Tuesday 28 November 2017, 20 hrs

location: Framer Framed    IJpromenade 2  1013 KT Amsterdam

Reservations / Tickets

Fossil Free Culture NL - Drop the Shell, 2017. Credit: Laura Ponchel

Fossil Free Culture NL – Drop the Shell, 2017. Credit: Laura Ponchel

Framer FramedHumanity in Action Nederland and Castrum Peregrini present a three part symposium series, ‘Art as Resistance’. For the second symposium in the series, ‘Taking the oil out of the arts’, we are zooming in on the ethics of cultural institutions taking on financial sponsorships by fossil fuel companies. How do corporate companies benefit from this ‘greenwashing’? To what extent should their cultural beneficiaries be held responsibie? And what are the impacts of ‘artistic activism’ to address this issue?

Art as Resistance #2 will take place at Framer Framed and features presentations and a workshop by BP or not BP? and Fossil Free Culture NL.  In their presentations, BP or Not BP and Fossil Free Culture NL introduce participants to the topic and present examples of how they create impact through artistic interventions.  The presentations are followed by a workshop Artistic Activism, with both organisations giving practical guidelines on how to generate effective and affective experiences that lead to measurable social change. After the workshop participants will have a better sense of the framework in which the Fossil Free Culture movement work. They will learn to implement artistic tactics to a larger campaigning strategy.

BP or not BP? (a clever play on ‘to be or not to be’ from Shakespeare’s Hamlet) are a national network of ‘actor-vists’ in the UK, performing disobedient theatre in many different oil-sponsored spaces. They are part of the Art Not Oil coalition – a group that protests against museums accepting sponsorship from major oil corporations, which they say is a form of ‘greenwashing’. Read more: https://bp-or-not-bp.org/about/

Fossil Free Culture NL are a network of artists, activists and scholars at the intersection of cultural work and climate politics. They are campaigning to expose and confront the influence of the fossil fuel industry on cultural institutions in the Netherlands. Recent protests include the May & September 2017 impromptu #droptheshell and #spoiledlandscapes protest-performances at the Van Gogh Museum, demonstrating the museum’s ties to oil giant Shell. Several protestors were arrested. Read more: http://fossilfreeculture.nl/

On the organisers: Framer Framed, Humanity in Action Nederland and Castrum Peregrini are organisations dealing with themes of collective memory and cultural identities. In three sessions, we team up to jointly explore the necessity for a change in how cultural institutions and producers should (re)present stories and relate critically to histories as well as to the financial structures they are part of.

Our first symposium, Art as Resistance #1, took place at Castrum Peregrini and dealt with the topic of involving communities in activism and the local relevance of a place.

Read more and see:  https://framerframed.nl/en/projecten/art-as-resistance-1/

 

SYNCHRONICLE by Carina Erdmann

SYNCHRONICLE

by Carina Erdmann

28 – 30 September 2017

Photos from the exhibition opening and the artist talk with Daniel Vorthuys and ‘objects also die’ by Jacob Eriksen

[Read more…]

Bas Heijne & Diana Pinto – Identity Politics II.

Europa Salons

Europa Denken

dinsdag 10 november, 20uur

Bas Heijne en Diana Pinto

BasHeijneDianaPinto

Identity Politics II Bas Heijne bespreekt zijn tekst ‘Een idee van de mens’ en gaat dan in gesprek met Diana Pinto. Zijn tekst is gepubliceerd in onze gezamenlijke serie in De Gids De Geheugenmachine in nr 2015/5 en zie De Gids online:

Engelstalig, toegang: € 7,50 – Studenten: € 5,- en jaarvrienden gratis. Wees verzekerd van je stoel: RSVP productie@castrumperegrini.nl

Diana Pinto (1949) is historica en schrijver. Ze studeerde aan Harvard en specialiseerde zich met haar promotieonderzoek in de hedendaagse Europese geschiedenis. Ze heeft vele artikelen geschreven over trans-Atlantische kwesties, Franse en Italiaanse politiek, en Europese zaken. Bas Heijne (1960) is schrijver, interviewer en columnist. Heijne is sinds 1991 als essayist verbonden aan NRC Handelsblad, waarvoor hij sinds 2001 ook iedere week een column schrijft. in 2005 ontving hij voor een verzameling van die columns de Henriette Roland Holst-prijs.

Europa Salons is een serie voor cultuurmakers over de Europese dimensie in hun werk. De dominante politieke visie in Nederland en Europa is binnen twee decennia verschoven van het sociale- naar het identiteitsperspectief. Europese maatschappijen die hun politieke basis vonden in solidariteit, opwaartse mobiliteit, gelijkheidsgedachte en maakbaarheid, zijn gaandeweg getransformeerd tot maatschappijen waarin identiteitspolitiek deze rollen heeft overgenomen. Solidariteit is vervangen door identificatie met de eigen nationale, culturele, religieuze, generationele of etnische groep. Het primaat van de eigen verantwoordelijkheid van het neoliberale gedachtengoed blijkt wonderwel te passen binnen deze paradigmawisseling.

Europa Doen I

Europees cultuurbeleid ter

inspiratie voor uw

kunstenplan

dinsdag 10 november, 16uur

Met een inleiding van Klaartje Bult van de Creative Europe Desk die in grote lijnen het Europees cultuurbeleid toelicht. Daarnaast delen een aantal sprekers van Nederlandse organisaties die succesvol zijn in Europa hun ambities op de langere termijn, ditmaal met:  Tanja Mlaker, zakelijk manager van De Nationale Opera, Kristin de Groot, artistiek en algemeen directeur van Dansateliers en Annick Kleizen coördinator van If I Can’t Dance I Don’t Want To Be Part Of Your Revolution. Lees hier meer.

Een nieuwe serie georganiseerd met Creative Europe Desk / Dutch Culture.  Toegang vrij, RSVP met een email naar Klaartje Bult k.bult@creativeeuropedesk.nl

Opening nieuwe ruimte

23 januari – Herengracht 401/Beulingstraat 10 

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